12. Jun 2026
Diffuse Beschwerden, immer wieder Verspannungen, Schmerzen ohne klare Ursache – viele Betroffene kennen das.
Besonders häufig betroffen: Schulter, Nacken, Rücken oder auch die Füsse. Im Gespräch berichtet die Allgemeinmedizinerin und erpse Diagnostikerin Alexandra, warum sie sich aus Interesse auf eine Faszientherapie eingelassen, was sich danach verändert hat und weshalb Stress, Psyche und körperliches Unwohlsein oft enger zusammenhängen, als viele denken.

Was hat Sie dazu bewegt, eine Faszientherapie auszuprobieren?
Ich bin – es sind jetzt ein paar Monate vergangen – vor allem aus Interesse zu Faszientherapeut Matthias Heger gegangen. Ich kannte ihn über das erpse Institut und meine Ausbildung zur erpse Diagnostikerin. Interessant war dann, dass im Gespräch und in der Behandlung Dinge sichtbar wurden, bei denen ich dachte: Stimmt, da hatte ich ja auch noch Beschwerden. Dabei hatte ich zunächst nicht das Gefühl, mit einem „großen Problem“ zu kommen. Eben Schmerzen und Unwohlsein, die man im Alltag mittlerweile gerne so hinnimmt. Um es vorwegzunehmen: Ich habe ich mich auf jeden Fall entspannter gefühlt, und das hatte auch positive Auswirkungen auf meinen Stresslevel.
Viele Menschen haben Hemmungen vor körpernahen Behandlungen. Wie haben Sie die Faszientherapie erlebt?
Überhaupt nicht unangenehm. Das Setting war sehr professionell. Die Therapie tat nicht weh und war auch nicht belastend.
Sie sind selbst als Ärztin medizinisch ausgebildet. Hat sich Ihr Blick auf Beschwerden durch die Therapie verändert?
Ja, schon. Auch durch die Ausbildung und die Zeit mit Matthias Heger habe ich besser verstanden, wie stark die Psyche auf die Faszien wirken kann – und vielleicht auch umgekehrt. Ich merke heute deutlicher: Wenn ich mehr Stress habe, habe ich an bestimmten Stellen auch wieder mehr Beschwerden.
Würden Sie sagen, dass sich Beschwerden durch gelöste Verklebungen dauerhaft bessern können?
Ich glaube, man muss das realistisch sehen. Ich war damals ein paarmal dort, und danach ging es mir besser. Aber die Umstände rundherum verschwinden ja nicht einfach. Wenn wieder stressige Situationen auftreten und man nicht dranbleibt oder nicht lernt, anders mit Stress umzugehen, können Beschwerden wahrscheinlich auch wiederkommen. Genau deshalb halte ich die Kombination aus Behandlung, Beratung und – wenn passend – auch Ernährung für sehr sinnvoll.
Also nicht nur Symptome behandeln, vielmehr die Ursachen verstehen.
Das halte ich für wichtig. Die Beschwerden sind das eine. Aber wenn man die Hintergründe nicht mitdenkt, kommt man oft nicht wirklich weiter.
Was hilft Ihnen persönlich, wenn Sie merken, dass der Stress steigt und der Körper reagiert?
Sport ist für mich auf jeden Fall ein Ausgleich. Wobei ich auch da aufpassen muss, dass es nicht in die andere Richtung kippt und selbst wieder Stress erzeugt. Was mir gut hilft, ist Grundlagentraining, ein bisschen Radfahren oder ein Spaziergang. Das senkt meinen Stress enorm. Gespräche mit Familie und Freunden helfen mir ebenfalls sehr, weil ich dadurch meine Gedanken sortieren kann. Zudem einfach draußen in der Natur zu sein und den Kopf nicht die ganze Zeit rattern zu lassen.
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